Silvester und Feuerwerk: Eine Faszination seit Kind an

Für viele Kinder ist Silvester einer der Höhepunkte des Jahres. An diesem Tag und in der folgenden Nacht herrscht Ausnahmezustand: Irgendetwas ist anders. Die tiefere Bedeutung des Jahreswechsel ist von nachrangiger Bedeutung, falls diese überhaupt wahrgenommen wird. Die Freude auf diese Nacht zeichnet sich schlichtweg durch die Magie der bunten Lichter aus. Aber das allein ist es nicht. Die Nacht ist unruhig. Es donnert und heult. Mit Ehrfurcht erfüllt klebt man am Fenster und beobachtet das Schauspiel. Welcher Künstler ist für die Farben am Nachthimmel verantwortlich? Vielleicht ist die Silvesternacht das einzige Kunstwerk, welches wir alle zusammen erschaffen.
Feuerwerk zu Silvester ist eine Tradition, die weit in die Geschichte zurückreicht. Angefangen bei den Chinesen, die zum Neujahrsfest die bösen Geister vertreiben wollten. An königlichen Hofen gehörte Feuerwerk seit dem Mittelalter zum Festhöhepunkt. Für das Volk wurde Feuerwerk erst im Zuge der Industrialisierung erschwinglich. Zahlreiche Feuerwerkhersteller fassten Anfang des 20. Jahrhunderts Fuß. Viele Pyrotechniker-Familien und -Betriebe aus dem 19. Jahrhundert gibt es heute noch. Das Kind weiß das nicht. Es ist auch egal. In dieser Nacht zählt nur das Gefühl, dass Alles möglich ist. Es gibt einfach so viel zu entdecken. Aufmerksam wird die Welt draußen observiert. Keinen Schweif, keinen leuchtenden Ball und keine Funken will man verpassen. Die Ursache eines jeden Knalls versucht man zu ergründen. Wo kommt all das her? Es bleiben schließlich die Erinnerungen. Der Neujahrsspaziergang wird für das Kind der aufregendste Spaziergang überhaupt. Die Silvesterlandschaft ist ebenso faszinierend. Die Fantasie versucht die erhaschten Effekte den bunten Bildchen auf den Raketenkörpern zu zu ordnen. Aber etwas bedrückt. Der Zauber ist nun wieder vorbei. Ist es deshalb so ruhig? Nimmt alles Schöne ein Ende? Eins ist klar. Das Kunstwerk ist in seiner höchsten Vollendung geschaffen. Die Gefühle der vergangenen Nacht können also nicht weg sein. Sind sie auch nicht. Die Erinnerungen bleiben. Nun ist ein Jahr Zeit, die Freude auf den Gipfel zu treiben und seinen Emotionen in Zauber um zu wandeln.
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